Die Umzugskartons sind kaum geöffnet, da tauchen die ersten Stiche auf, gehäuft an den Knöcheln und Unterschenkeln. Sie haben kein Haustier, die Wohnung stand zwischen zwei Mietverhältnissen mehrere Wochen leer, und trotzdem lautet die Diagnose: Flöhe. Es ist einer der häufigsten Anrufe zum Herbstbeginn, wenn viele Mietverträge wechseln.
Das Phänomen ist leicht zu erklären, sobald man den Lebenszyklus des Insekts kennt.
Die Falle der leeren Wohnung
Die Art, der wir in den allermeisten Fällen begegnen, ist der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der Hunde genauso befällt wie Katzen. Das erwachsene Tier ist 2 bis 3 mm groß, braun, seitlich abgeflacht und springt für seine Größe enorm weit.
Der erwachsene Floh lebt auf dem Tier, doch seine Eier bleiben nicht im Fell hängen: Sie fallen zu Boden, in Teppiche, zwischen Dielen, in die Ritzen des Sofas. Eine oft zitierte Verteilung überrascht: Bei einem Befall machen die erwachsenen Flöhe nur etwa 5 % der Population aus. Der Rest sind Eier, Larven und Kokons, unsichtbar in der Wohnung verteilt.
Der Kokon als Wartezimmer
Die Larve spinnt schließlich einen klebrigen Kokon, der mit Staub getarnt ist. Darin kann der Floh mehrere Wochen, sogar mehrere Monate ruhen, wenn nichts passiert. Er wartet auf bestimmte Signale:
- Erschütterungen (Schritte, eine Sackkarre beim Umzug);
- Wärme;
- Kohlendioxid, also unsere Atemluft.
Zieht der Vormieter mit seiner Katze aus, bleibt die stille Wohnung im „Bereitschaftsmodus“. Am Tag Ihres Einzugs, mit all dem Hin und Her und den Kartons, schlüpfen Dutzende hungriger Flöhe gleichzeitig. Und der einzige verfügbare Wirt sind Sie.
Helles Wohnzimmer mit Parkett und Sofa
Bestätigen, dass es wirklich Flöhe sind
Vor jeder Behandlung muss das Insekt feststehen. Zwei einfache Tests:
- Der Test mit weißen Socken: Ziehen Sie lange weiße Socken an und gehen Sie einige Minuten langsam über Teppiche und Böden. Die dunklen Flöhe sind auf dem Stoff gut zu sehen.
- Die Lichtfalle: Stellen Sie abends einen Teller mit leicht seifigem Wasser unter eine eingeschaltete Lampe auf den Boden. Von Wärme und Licht angelockte Flöhe fallen ins Wasser.
Flohstiche sind meist klein, jucken stark und sitzen gehäuft an Knöcheln und Waden. Dieses Muster unterscheidet sie oft von Bettwanzenstichen, die eher am Oberkörper und an Hautstellen auftreten, die im Schlaf unbedeckt sind. Im Zweifel ein Insekt auf Klebeband für die Bestimmung aufbewahren.
Der Aktionsplan in vier Schritten
1. Täglich saugen, wirklich täglich
Der Staubsauger ist Ihr bester Verbündeter. Er entfernt Eier und Larven, und seine Vibrationen locken die erwachsenen Flöhe aus dem Kokon, wo die Behandlung sie erreicht. Gründlich an Fußleisten, unter Möbeln, in Dielenfugen und auf dem Sofa saugen. Behälter leeren oder Beutel nach jedem Durchgang draußen in einer verschlossenen Tüte entsorgen.
2. Waschen, was sich waschen lässt
Bettwäsche, Decken, abziehbare Kissenbezüge, waschbare Teppiche: bei 60 °C in die Maschine, anschließend trocknen. Empfindliche Textilien lassen sich mit dem Dampfreiniger behandeln.
3. Die Wohnung behandeln, nicht nur die sichtbaren Tiere
Die „Schock“-Sprays aus dem Handel treffen nur die erwachsenen Flöhe, die beim Sprühen gerade da sind. Eine professionelle Behandlung kombiniert ein geeignetes Insektizid mit einem Wachstumsregulator, der verhindert, dass Larven zu erwachsenen Tieren werden. Erst das durchbricht den Zyklus. Die Wohnung muss einige Stunden geräumt werden, danach gelten die Hinweise des Technikers: In der Regel saugt man weiter, wischt die Böden aber mehrere Tage lang nicht nass.
4. Die Haustiere nicht vergessen
Ziehen Sie mit Hund oder Katze ein, lassen Sie das Tier am selben Tag wie die Wohnung mit einem vom Tierarzt verordneten oder empfohlenen Mittel behandeln. Sonst bringt das Tier die Flöhe zurück.
| Schritt | Wer | Wann |
|---|---|---|
| Tägliches Saugen | Sie | Ab dem ersten Tag, 2 bis 3 Wochen lang |
| Textilien bei 60 °C waschen | Sie | Vor der Behandlung |
| Insektizid + Wachstumsregulator | Techniker | Ein Einsatz, Kontrolle je nach Lage |
| Flohmittel für das Tier | Tierarzt | Am Tag der Wohnungsbehandlung |
Techniker im Schutzanzug bei einer Desinfektion
Mieter in Frankreich: was das Gesetz sagt
Seit dem ELAN-Gesetz von 2018 legt Artikel 6 des französischen Gesetzes vom 6. Juli 1989 fest, dass der Vermieter eine angemessene Wohnung übergeben muss, die frei von jedem Befall durch Schädlinge und Parasiten ist. Treten die Flöhe gleich beim Einzug auf, ist das ein starkes Argument.
Unsere praktischen Tipps:
- Informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung schriftlich und zügig und nennen Sie das genaue Datum der ersten Stiche.
- Fügen Sie Fotos der gefangenen Insekten und der Stiche bei.
- Bewahren Sie das Übergabeprotokoll beim Einzug und alle Rechnungen zum Problem auf.
Der Fotobericht, den unsere Techniker noch am Einsatztag verschicken, kann dabei ebenfalls als Nachweis dienen.
DeratiseurPRO beauftragen
Wir behandeln Flohbefall in der gesamten Île-de-France im Rahmen unserer Insektenbekämpfung. Alles Wissenswerte über das Insekt finden Sie in unserem Floh-Ratgeber. Die Preise stehen auf der Seite Tarife, und Sie können Ihren Termin online buchen.
FAQ
Ihre Fragen
Wie lange überleben Flöhe in einer leeren Wohnung?
Erwachsene Flöhe sterben ohne Wirt recht schnell, doch Flöhe, die noch im Kokon stecken, können mehrere Wochen oder sogar Monate warten, bevor sie schlüpfen. Deshalb kann eine zwischen zwei Mietern leerstehende Wohnung sofort nach dem Einzug Stiche verursachen.
Kann man Flöhe haben, ohne ein Haustier zu halten?
Ja. Eier und Kokons, die das Tier eines Vormieters hinterlassen hat, genügen, ebenso wie solche, die Nagetiere oder ein durchziehendes Tier in Keller oder Garten einschleppen. Ohne ihren üblichen Wirt stechen die erwachsenen Flöhe dann Menschen, vor allem an den Knöcheln.
Wer zahlt in Frankreich die Flohbekämpfung: Mieter oder Vermieter?
Bestand der Befall schon vor dem Einzug, muss der Vermieter eine Wohnung frei von Schädlingen und Parasiten übergeben, was für eine Kostenübernahme durch ihn spricht. Tritt er später auf, etwa durch das Haustier des Mieters, ist grundsätzlich der Mieter am Zug. In jedem Fall schriftlich informieren und datierte Nachweise aufbewahren.